Um das Platzproblem zu lösen, schickt man die Solarpanele aufs Wasser
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07.01.21 Sonnenstrom: Warum die Solaranlage baden geht Clara Müller • 3 min.

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Zusammenfassung

Große Solarfarmen auf dem Feld sind ein ebenso gewohntes Bild wie Windparks im Wasser: Doch dass die Solaranlage baden geht, ist eher noch eine Nischentechnologie. Angesichts des Platzes auf dem Wasser könnte es aber eine der maßgeblichen Innovationen sein, die die Erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren voranbringen könnte.

Laut einer Studie der Weltbank besteht allein in Europa ein Potenzial von 204 GW Leistung für die sogenannten Floatovoltaics: Und das, wenn nur zehn Prozent der künstlich angelegten Süßwasserflächen wie stillgelegte Braunkohlegruben für schwimmende Solaranlagen genutzt würden. Hier ist also noch jede Menge Leistung möglich, auch wenn sich laut Weltbank die weltweit installierte Gesamtleistung von rund zehn Megawatt im Jahr 2014 bis 2019 auf 1,1 Gigawatt bereits mehr als verhundertfacht hat.

China flutet den Kohleabbau für die Sonnenenergie

Eine der größten Anlagen der Welt ist derzeit mit einer Leistung von 40 Megawatt der Huainan Solarpark in China. Er produziert seit 2017 mit 166.000 Solarpaneelen Strom für 15.000 Haushalte. Das Kraftwerk ist außerdem gleich doppelt nachhaltig: Für den Stausee wurde eine ehemalige Tagebaugrube geflutet. So entstand die Solarfarm praktisch im Tausch gegen ein Kohlekraftwerk.

Doch auch in Europa gibt es schon große Anlagen auf dem Wasser, die größte befindet sich in Frankreich. Vor der Stadt Orange schwimmt „O’Mega 1“ auf einem Baggersee. Die Anlage erstreckt sich über 17 Hektar, ist also knapp 24 Fußballfelder groß. 46.000 Module produzieren 17 Megawatt Strom. Weitere große Anlagen finden sich in Japan, Großbritannien oder Singapur.

Doch warum baut man die Anlagen auf dem Wasser?

Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Das Wasser kühlt die Luft und damit auch die Solarmodule. So haben sie eine längere Lebensdauer und auch die Stromausbeute wird optimiert.

Bei gefluteten Kohleabbaugebieten mit Kraftwerken ist die Infrastruktur mit Anschluss an das Verteilernetz bereits vorhanden. Gerade auf Inseln ist der Platz für große Solarparks oft zu knapp, es wäre aber mehr als genug Sonneneinstrahlung vorhanden, um die Bewohner mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Schwimmende Anlagen im Meer können die Lösung sein. Was Badegästen den ein oder anderen Sonnenbrand beschert, hilft den Floatovoltaics: Das reflektierende Wasser begünstigt die Solarstromproduktion. Letztlich sind die schwimmenden Module nützlich für den See selbst: Sie reduzieren die Verdunstung des Wassers und vor allem das Algenwachstum in den Gewässern. Gerade wenn der See oder Fluss zusätzlich zur Stromgewinnung per Wasserkraft genutzt wird, ist das enorm wichtig.

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