10.12.21 Klimaschützerin und Kernkraft-Fan Autor*in: Uniper SE • Lesedauer: 4 min.

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Zusammenfassung

„Grün“ bedeutet nicht automatisch „Anti-Atom“. Das zeigt die finnische Grünen-Politikerin Tea Törmänen: Sie kämpft dafür, das Klima durch den Einsatz von neuen modularen Kernreaktoren zu schützen.

Tea Törmänen ist erreichbar auf den sozialen Medien: @TeaTrmn (Twitter)

Wenn es darum geht, das Richtige zu tun, ist Tea Törmänen kein Weg zu weit. In ihrem Fall führte er vom finnischen Karelien bis zu den Gewässern vor Kanada und den USA, wo sie eines der vielleicht am meisten missverstandenen Tiere der Welt studierte: Schwertwale. Das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie Tea sich durch nichts von ihrem Engagement für die Umwelt abhalten lässt.

Künftigen Generationen eine bessere Welt hinterlassen  – das war schon immer Teas treibende Kraft. Und es dauerte nicht lange, bis sie sich auch politisch engagierte. Dank ihrer Mutter, die in der Nationalen Sammlungspartei aktiv war, wuchs Tea mit dem Verteilen von Flugblättern und Hausbesuchen bei Wählern auf. Aber als Erwachsene spürte sie, dass die Sammlungspartei nicht die ideale politische Partei war. Darum trat sie in die Liberale Partei ein. 

Als sie ihre politische Reise innerhalb der Liberalen Partei fortsetzte, waren ihre Parteikollegen schnell davon überzeugt, dass sie wegen ihres Kampfes für eine nachhaltige Zukunft an der Spitze stehen sollte. Nachdem der Parteivorsitzende 2019 zurückgetreten war, bat man Tea darum, das Amt zu übernehmen. Die große Verantwortung, die mit diesem Amt verbunden wäre, brachte sie ins Grübeln. Nach reiflicher Überlegung entschied sie, dass ihre Talente am besten anderswo eingesetzt werden sollten: in der Grünen Partei. Nachdem sie dort eingetreten war, zog sie zurück in ihre Heimat Karelien und gründete eine Ortsgruppe der Parteiunterorganisation „Grüne für Wissenschaft und Technologie“, deren Vorsitzende sie heute ist. 

Tea Törmänen, Grüne Partei, Finnland

Tea Törmänen ist entschlossen, wenn sie etwas für richtig hält  – aber gleichzeitig auch offen für neue Ideen. „Seit ich ein Kind war, wollte ich dauernd etwas verändern, und ich war schon immer eine Umweltschützerin“, sagt sie bei einem Gespräch über Umwelt und Atomkraft. „Wann immer ich sehe, dass etwas verändert werden muss, handle ich. Ich habe einfach keine andere Wahl. Nicht zuletzt jetzt, nachdem meine beiden Töchter geboren wurden. Zumindest bin ich es ihnen schuldig, für ihre Zukunft zu kämpfen.“

Pro-Atomkraft ist nicht gleichbedeutend mit Anti-Umwelt

Die finnische Politik wird seit Langem international für ihre Fähigkeit bewundert, bei Bedarf dem Zweck den Vorrang vor den Mitteln zu geben, ohne sich in ideologischen Diskussionen oder langwierigen Entscheidungsprozessen zu verzetteln. Die Entscheidung über das Endlager für Atommüll ist ein gutes Beispiel dafür. Insgesamt scheint es in Finnland vor allem auf den Willen und die Entschlossenheit anzukommen, sich für eine bessere Gesellschaft einzusetzen  – unabhängig von der Parteizugehörigkeit.

So wünscht sich die finnische Jugend fossilfreie Lösungen für die Energieerzeugung der Zukunft. 59  Prozent der Jugendlichen unter 25  Jahren sehen die Kernenergie als eine der Energiequellen an, die zur Bekämpfung des Klimawandels benötigt werden. Und der Trend in der finnischen Gesellschaft ist eindeutig: Die Akzeptanz der Kernenergie als Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels ist seit 2012 um 25  Prozent gestiegen.  

Hier kommt die Entwicklung von SMRs, kleinen modularen Kernreaktoren, ins Spiel. Für Tea können Investitionen in diese neue Nukleartechnologie dazu beitragen, eine sichere und zuverlässige Energiequelle bereitzustellen und gleichzeitig eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen. „Durch Investitionen in SMRs können wir die Probleme angehen, die bei herkömmlichen Kernkraftwerken zu Verzögerungen und Komplikationen führen“, erklärt sie. „Aber noch wichtiger ist: Durch die Flexibilität und Skalierbarkeit von SMRs können wir eine neue, fossilfreie Technologie in großem Maßstab nutzen, um den Energiebedarf der Zukunft noch effektiver zu decken  – und dabei immer den Umweltaspekt im Auge behalten.“ 

Kernenergie für die COP26 

Tea Törmänen, Grüne Partei, Finnland

Als wir mit Tea sprechen, ist es nur noch eine Woche bis zur COP26 in Glasgow  – der ersten UN-Klimakonferenz, an der sie selbst teilnehmen wird. „Es gibt viele Dinge, die ich während der COP26 gerne sehen würde“, sagt sie. „Eines davon ist die Aufnahme der Kernenergie in die Grüne Zone. Denn der Klimawandel findet jetzt statt, und wir haben keine Zeit, auch nur eine einzige nachhaltige Option auszuschließen.“ 

Tea möchte nicht nur sicherstellen, dass die Kernenergie als eine der nachhaltigen Energieoptionen eingestuft wird. Sie ist auch der Meinung, dass es mehr Anreize für die Länder geben muss, ihre Klimazusagen zu erfüllen, um wirklich etwas zu bewirken. Dazu gehören mehr Verpflichtungen, um Investitionen in fossile Brennstoffe zu stoppen und Investitionen in saubere Technologien zu erhöhen. Eine Möglichkeit ist für sie die Einführung eines globalen Preismechanismus für Kohlenstoffemissionen: „Wir haben die Forschung, wir haben die Zusagen der Regierungen. Was wir jetzt brauchen, sind mehr Initiativen für einen echten Wandel. Nationale Zusagen allein werden nicht funktionieren, und es folgen auch keine Konsequenzen, wenn Länder ihre eigenen Ziele verfehlen. Wir brauchen finanzielle Anreize zur Emissionssenkung, an denen sich alle beteiligen.“ 

Der Traum von Finnlands erstem SMR

Ob auf internationaler oder nationaler Ebene: Teas Engagement für eine nachhaltige Zukunft geht über Grenzen hinaus. Gefragt nach ihrem idealen künftigen Energiesystem, sagt sie: „Neben dem Einsatz fossilfreier, emissionsarmer Technologien wäre das ideale Energiesystem so flächeneffizient wie möglich und würde so wenig Fläche wie möglich beanspruchen. Es wäre eine Mischung aus Windkraft, Solarenergie und Kernenergie, die alle dort eingesetzt werden, wo sie die Umwelt am wenigsten belasten.“ 

Der Einsatz von SMRs würde eine stabile Grundlage für das Elektrizitätssystem bilden und die erneuerbaren Energiequellen ergänzen. Und Finnland ist nicht mehr weit davon entfernt, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen: Es gibt bereits Pläne für den Bau von Kernkraftwerken, um finnische Städte mit sauberer, fossilfreier Fernwärme zu versorgen  – darunter auch Helsinki. Dies wäre der erste SMR in Europa und würde Finnland zu einem der Vorreiter beim Einsatz dieser Technologie machen. Und wenn man Tea fragt, ist es durchaus möglich, dass Finnland noch in den 2020er-Jahren einen SMR in Betrieb nimmt. 

Wenn es irgendwann so weit ist, dürfte Tea daran einen wichtigen Anteil gehabt haben. Denn sie und ihre Parteikollegen haben entschlossen daran gearbeitet, ein sicheres, nachhaltiges und umweltfreundliches Elektrizitätssystem zu schaffen  – für heutige und für künftige Generationen. 

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