03.05.21 Energiewende für Klimaneutralität - Zukunftshoffnung Wasserstoff? Autor*in: Tagesspiegel • Lesedauer: 1 min.

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Zusammenfassung

Beim Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien wird in Deutschland viel Hoffnung auf Wasserstoff gesetzt.

Bis 2050 strebt die EU ein klimaneutrales Europa an und bis 2030 eine Verringerung der Treibhausgase von mindestens 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990. Doch wie gelingt es, Klimaneutralität, gesellschaftliche Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit zu vereinen?

Darüber diskutierten 16 hochkarätige Gäste und über 1.000 Teilnehmer:innen auf der „Tagesspiegel Debate.Energy“, der virtuellen Konferenz des Verlags Der Tagesspiegel in Kooperation mit dem Energiekonzern Uniper SE. Die 2020 von Uniper gestartete Plattform vereint zur Debatte rund um die Energiewende verschiedene Blickwinkel aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Eine gesellschaftliche Offenheit gegenüber der Energiewende zeigt der vom Meinungsforschungsinstitut Civey erstellte Energie-Report 2021: weit vor fossilen Energieträgern sehen 69,9 Prozent von 2.500 Befragten in Erneuerbaren die Zukunft. Wasserstoff wird vor anderen Energieträgern wie Wind und Sonne das größte Potential beigemessen (76,2 Prozent). Doch 53,7 Prozent würden für eine CO2-neutrale Energieversorgung nicht mehr bezahlen.

Sozialverträglichkeit sei bei der Transformation des Energiesektors ein großes Thema, „Klimaschutz darf kein Elite-Projekt werden“, betont Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Die Akzeptanz der Bevölkerung müsse berücksichtigt werden, findet auch der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis. Eine Lösung sehe er in finanziellen Ausgleichsmechanismen.

Das Energiesystem der Zukunft soll laut Francesco La Camera auf grüner Energie basieren und durch grünen Wasserstoff ergänzt werden. Grüner Wasserstoff wird durch Wasserspaltung aus erneuerbaren Energien gewonnen. Beim Aufbau eines Wasserstoffmarktes könne zudem blauer Wasserstoff aus Erdgas hilfreich sein, sagt der IRENA-Generaldirektor. Letztlich sei eine globale Zusammenarbeit erforderlich. Das zeigt auch die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung: ein Fokus liegt auf internationaler Kooperation und Importen, nur ein kleiner Teil des Wasserstoffs soll inländisch produziert werden.
Bei Uniper wolle man langfristig grünen Wasserstoff nutzen, doch in der Anfangsphase „sollten wir uns nicht auf eine einzige Farbe beschränken“, sagt David Bryson, Chief Sustainability Officer. Das Projekt „HH2E“ zeigt schon jetzt, wie ein System aus erneuerbarem Strom, grünem Wasserstoff und Energiespeichern funktionieren kann.

Wird Deutschland zur Wasserstoffrepublik? Frank Peter vom Think Tank Agora Energiewende weist darauf hin, dass Wasserstoff nur auf bestimmte Industrien fokussiert werden solle. Chancen sehe er für die Schwermobilität oder den Flugverkehr, nicht aber für die Wärmeversorgung – wegen günstigeren, elektrischen Alternativen. Veronika Grimm vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, betont dagegen vor allem die zukünftigen Chancen einer Wertschöpfung für die deutsche Industrie. Dafür müsse die Wasserstoff-Infrastruktur zügig ausgebaut werden.

Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

"Der Kohleausstieg wird schneller kommen als bisher vorgesehen – vermutlich werden wir schon 2030 in Deutschland keine Kohle mehr verstromen."

Prof. Dr. Klaus-Dieter Maubach, CEO, Uniper

"Es braucht dringend eine chemische Bindungsenergie als Speicher – nicht Öl, nicht Kohle und langfristig auch kein Erdgas. Wasserstoff ist die Antwort."

Hier geht’s nochmal zum vollen Stream der diesjährigen Konferenz: https://berlin.debate.energy/event

Folgend die Linkliste zu einzelnen YouTube-Clips der gebündelten Programmpunkte:

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